On-Premises erlebt ein Comeback, während die Cloud an Bedeutung verliert… oder etwa nicht? In unserem neuesten Artikel beleuchten wir die aktuelle Entwicklung und zeigen, wie Unternehmen von beiden Ansätzen profitieren können.

Unternehmen haben genug von der Cloud; fast die Hälfte will zurück zu On-Premises. Zumindest scheint es so, wenn man die Schlagzeilen liest, die besagen, dass 42 Prozent der Unternehmen, die die Cloud nutzen, eine Rückkehr zu On-Premises planen. Selbst der Cloud-Riese Amazon AWS erkennt diesen Trend und beobachtet eine Abkehr von der Cloud. Ist die Cloud also tot? Wie so oft gibt es zwischen Schwarz und Weiß viele Grautöne. Lassen Sie uns das Thema genauer betrachten. 

Cloud-Exit – warum passiert das überhaupt? 

Wie bei jeder Technologie gibt es zunächst eine Phase der Begeisterung für neue Entwicklungen, dann eine kritische Auseinandersetzung und schließlich eine Normalisierung. Jahrelang hörten wir unzählige Erfolgsgeschichten von Unternehmen, die auf eine Cloud-First-Strategie setzten und nur Vorteile darin sahen. Der aktuelle Anstieg gegenteiliger Berichte ist eine natürliche Reaktion auf diese Entwicklung. Gleichzeitig verändert sich die Welt rasant, was uns dazu zwingt, den Umgang mit Cloud-Diensten neu zu überdenken.

Gleichzeitig ist „die Cloud“ kein einheitliches, greifbares Konzept. Sie umfasst alles von Online-Speicher über cloudbasierte virtuelle Maschinen bis hin zu einer Vielzahl von SaaS-Diensten. Welche Teile der Cloud Unternehmen zurück in ihre eigenen Rechenzentren verlagern möchten, hängt stark von ihren individuellen Bedürfnissen ab.

Obwohl die Cloud viele Vorteile bietet, ist sie nicht in jedem Bereich die beste Lösung. Sie kann zwar eine kosteneffiziente Option für Workloads, Speicher und andere Anwendungen sein, bringt aber auch ihre eigenen Herausforderungen mit sich.

Kosten sind oft ein entscheidender Faktor. Das Prinzip, nur für das zu zahlen, was man nutzt, klingt zwar vielversprechend, kann aber schnell zu unerwartet hohen Ausgaben führen, wenn man nicht alle kleinen Kosten im Blick behält, die sich summieren und die Gesamtkosten in die Höhe treiben.

Auch die Unternehmensgröße spielt eine wichtige Rolle. Für kleinere Unternehmen oder für Organisationen, die einzelne Projekte in die Cloud auslagern, kann dies eine kostengünstige Lösung sein. Ab einer bestimmten Größe ist es jedoch oft wirtschaftlicher, eine eigene Infrastruktur aufzubauen.

Ein weiterer Faktor sind regulatorische Vorgaben. Vor einigen Jahren wurde die DSGVO eingeführt, dieses Jahr trat DORA für den Finanzsektor in Kraft, und bereits im vergangenen Oktober wurde NIS2 wirksam. Zu wissen, wo sich die eigenen Daten befinden und wer darauf zugreifen kann, wird immer wichtiger – und genau hier kann die Cloud eine größere Herausforderung darstellen, da die Nachverfolgbarkeit oft schwieriger ist.

Auch geopolitische Faktoren spielen eine Rolle. Die Welt verändert sich rasant, und in diesem Kontext kann es von Vorteil sein, die eigenen Daten möglichst nah zu halten, um widerstandsfähiger gegenüber diesen ständigen Veränderungen zu sein.

Sicherheit ist ein weiterer entscheidender Aspekt. Mit On-Premises-Lösungen hat man die vollständige Kontrolle über alle Aspekte der Cybersicherheit. Das bedeutet nicht, dass Cloud-Dienste unsicher sind, aber man kann nicht jeden einzelnen Aspekt selbst steuern.

Sky and clouds

Aber die Cloud ist nicht tot

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Cloud eine Sackgasse ist und gemieden werden sollte. Die zuvor genannten Punkte zeigen, dass eine reine Cloud-Strategie in bestimmten Bereichen weiterhin sinnvoll sein kann.

  • Gerade kleinere Unternehmen, die nicht über große finanzielle Ressourcen verfügen, haben oft einen leichteren Einstieg mit einer Cloud-First-Strategie. Für sie kann dies in vielen Fällen die einzige praktikable Lösung sein, um ihre Ziele zu erreichen.

  • Ein Beispiel dafür sind unvorhersehbare Workloads während der Entwicklungsphase, die sich gut mit dem „Pay-as-you-go“-Modell der Cloud kombinieren lassen. Sobald ein Projekt jedoch ausgereift und besser planbar ist, kann es wirtschaftlicher sein, es in die eigene Infrastruktur zu überführen.

Die Cloud ist also keineswegs am Ende. Viele Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe, können weiterhin von Cloud-basierten Diensten profitieren. Allerdings ist sie nicht die universelle Lösung für alle Anwendungsfälle. 

Zurück zu On-Prem – aber modern 

Während On-Premises-Lösungen volle Kontrolle über Daten und Sicherheit bieten, erinnern sie oft an frühere Zeiten. Wollen wir wirklich zurück zu einem Arbeitsalltag, in dem wir fünf Tage die Woche im Büro sind, nur firmenzugelassene Geräte nutzen und das Gefühl haben, technologisch einen Schritt zurückzugehen? Natürlich nicht.

Die Cloud wird nicht verschwinden, aber nach der anfänglichen Euphorie ist der Übergang zu einer hybriden Infrastruktur der nächste logische und reifere Schritt. Unternehmen können weiterhin die Vorteile von SaaS-Diensten und Cloud-Technologien nutzen, während sie gleichzeitig ihre kritischen Daten On-Premises halten.

Moderne Lösungen ermöglichen eine nahtlose Verbindung zwischen allen Teilen der IT-Infrastruktur, sodass alles als ein einheitliches System funktioniert. Sie setzen auf flexible und sichere Authentifizierungsmethoden, die es den Nutzern ermöglichen, sich überall sofort zurechtzufinden.

Single Sign-On und ein zentrales App-Portal ermöglichen den Zugriff auf Anwendungen und Dienste sowohl in der Cloud als auch On-Premises mit nur einer Anmeldung. Nutzer erhalten damit überall einfachen Zugang zu den benötigten Ressourcen – unabhängig vom Standort. Diese Architektur kann sogar ältere On-Premises-Anwendungen einbinden, die moderne Authentifizierungsverfahren nicht unterstützen.

Authentifizierung kann sowohl sicher als auch flexibel sein und sich an die Bedürfnisse der Nutzer sowie an verschiedene Sicherheitsstufen anpassen. Multi-Faktor-Authentifizierung funktioniert am besten, wenn mehrere Optionen innerhalb desselben Systems verfügbar sind und unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden. So kann sich beispielsweise das Empfangspersonal über eine Authentifizierungs-App anmelden, während Administratoren Smartcards oder Sicherheitsschlüssel nutzen – alles innerhalb desselben Systems.

Remote-Arbeit ist heute eine Selbstverständlichkeit – nicht nur als Folge der Pandemie, sondern auch, um talentierte Fachkräfte unabhängig vom Standort einstellen zu können. Der Zugang zu benötigten Ressourcen sollte aus der Ferne genauso einfach sein wie im Büro. Das bedeutet auch, dass eine VPN-Verbindung und die damit verbundenen administrativen Herausforderungen vermieden werden können.

E-Mails, etwa in Form von Exchange On-Premises, sollten ebenfalls leicht zugänglich und durch MFA gesichert sein – auch auf privaten Geräten. Zusätzlich zu einer sicheren Verbindung sollte das System steuern können, welche Inhalte auf welchem Gerät sichtbar sind, um das Risiko von Datenlecks zu minimieren.

Die Verwaltung von Nutzern, Zugriffsrechten und Authentifizierung sollte ebenso einfach sein wie der Anmeldeprozess selbst. Ein zentrales Management ermöglicht es, den Überblick zu behalten, Risiken schnell zu erkennen und kontinuierlich an neue regulatorische Vorgaben anzupassen.

Natürlich gibt es viele weitere Möglichkeiten, moderne Lösungen nahtlos mit On-Premises- und Cloud-Diensten zu verknüpfen. Beispielsweise könnte dieselbe sichere Anmeldung für Windows verwendet, lokale Verzeichnisse mit Online-Diensten wie Entra ID synchronisiert und sichergestellt werden, dass alle per E-Mail versendeten Dateien – intern wie extern – verschlüsselt und nachverfolgbar bleiben. 

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Wie kann Pointsharp helfen?

Egal, ob Ihr Unternehmen seine bestehende On-Premises-Infrastruktur modernisieren, zurück zu On-Premises wechseln oder eine hybride Infrastruktur stärken möchte – wir haben die passenden Lösungen für Sie.

Alle unsere Lösungen werden innerhalb der Europäischen Union entwickelt. Das bedeutet, dass wir denselben regulatorischen Vorgaben unterliegen, wie Sie und bestens darauf vorbereitet sind, Ihnen bei der Einhaltung von NIS2, DORA oder anderen lokalen Gesetzen und Vorschriften zu helfen. Durch unsere europäischen Standorte können wir zudem lokalen Support anbieten, sodass Sie Ihre Cybersicherheitsprojekte ohne unnötigen Aufwand erfolgreich umsetzen können.

Wir wissen, dass jedes Unternehmen unterschiedliche Anforderungen hat. Deshalb sind unsere Lösungen flexibel und lassen sich nahtlos in Ihre bestehende IT-Umgebung integrieren. Gleichzeitig verfügen wir über umfassende Erfahrung mit hochsicheren On-Premises-Infrastrukturen, sodass viele unserer Lösungen völlig ohne Cloud-Abhängigkeit funktionieren. Falls gewünscht, bieten wir aber auch Lösungen, die sich problemlos mit Cloud-Diensten verbinden lassen. Zudem sind einige unserer Lösungen im „as-a-service“-Modell verfügbar, falls dieses Modell besser zu Ihrem Unternehmen passt.

Ganz gleich, an welchem Punkt Ihrer IT-Strategie Sie sich befinden – wir unterstützen Sie dabei, eine sichere, konforme und benutzerfreundliche digitale Arbeitsumgebung zu schaffen.